Regelblutung

Voller Scham. Beschmutzt. Dreckig. Riechend.

Sie wäscht sich unter der Dusche. Wäscht sich von Kopf bis Fuß. Greift zum Luffaschwamm. Weicher Schaum umhüllt ihren Körper. Weich wie Kinderhaut. Weiche Beine, weicher Schoß, weiche Axeln. Nichts ist übrig von dem Wandel den ihr Körper in der Pubertät durch gemacht hat. Kein Anzeichen ihrer Weiblichkeit. Sie ist weich wie ein Kinderkörper. Glatt. Einzig allein das ziehen und die rote Farbe erinnern daran, dass sie kein Kind ist. Wiederkehrend, ungewollt, verhasst möchte Mann sagen.

Die Stärke ging verloren. Sie wurde drin geboren. Ein Schandfleck möchte man sagen. Doch wird keiner danach fragen.

Plötzlich— eine Ahnung. Ein flüstern, ganz leise. Ein Raunen, ein Staunen, Erkennen.

Der Schoß ist ein Raum. Ich kenne ihn kaum. Vergessen sind die Stunden in weiblichen Runden. Wir trafen uns einst. Sprachen, saßen still, erschufen. Webten und sangen. Zusammen. Vergessen die Zeit. Nun sind wir entzweit.

Kein Geflüster, kein sprechen und singen. Kein erschaffen von Dingen die längst jede wusste. Geboren im Schoß der anderen. Erkennen im Wir. Gelebt durch die eine. Und niemals alleine.

Mit erwachtem Blick — erkennt sie das verzerrte Spiegelbild. All die Kämpfe gegen die schöne Frau im Spiegelbild. All das Richten und Zerren und Ändern.

Die Frau die sie glaubte zu sein. War alles nur Schein.

Eine Frau die ist mächtig, ist stark, erschafft neues Leben. Ist nicht klein, ist nicht zart wie ein Kind.

Kommt zusammen. Geht euch nah. Seit füreinander da. Der Zyklus er lebt. Frauen webt euer Band und reicht euch die Hand. Der Schlaf ist vorbei. Dornröschen sie ist nun frei.

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