Vater

So viele Jahre gesucht. So viele Stunden mit Wünschen und Vorstellungen gefüllt. Und dann 21 Jahre später gefunden, durch Zufall. Durch Schicksal ? Wer weiß das schon.

Wenn ich gewusst hätte, das wir nur eine so begrenzte Zeit miteinander haben, hätte ich mich mehr bemüht? Eigentlich hab ich es gewusst. Hatte zumindest eine Vorahnung. Eine ungute Vorahnung. Das dir nicht mehr viel Zeit bleibt.

Im Grunde weiß ich nicht wer du warst, was du dir für dein Leben erhofft hast oder was und wer dir wichtig war. War ich dir wichtig? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, obwohl ich dich kaum gekannt habe, bin ich dir in so vielen Sachen ähnlich, das es schon unheimlich ist. Beim ersten richtigen in die Augen sehen, haben wir uns erkannt, bei dem Gedanken daran bekomme ich heute noch Gänsehaut. Getrennt durch so viele Kilometer und Zeit. Und dennoch – lässt sich die DNA, das Erbe, nicht leugnen. Ich wünschte wir hätten unsere Zeit genutzt. Wären nicht beide alleine verletzt gewesen sondern hätten gemeinsam die getrennte zeit bedauert. Aber wäre das überhaupt möglich gewesen? Wer weiß das schon…

Aber ich bin in meiner Trauer, die dein Verlust verursacht ach gleichzeitig unendlich dankbar. Dafür dich gefunden zu haben. Mich auf die Reise gemacht zu haben. Und endlich mein Leben angefangen zu haben.

Zu wissen, dass jeder einen Vater hat – somit ich auch, hat mich nie getröstet!

Meinen Vater zu finden – hat die Löcher nicht gefüllt!
Das finden, hat mich ein Stück gefunden, ein Anfang.
Das Sterben meines Vaters, ist anders als nicht zu wissen wer er ist oder wo, es ist viel mehr das es kein vielleicht, keine Möglichkeit, keine Hoffnung das Geheimnis zu lüften. Es ist endgültig. Sterben bedeutet das Ende. Kein vielleicht. Kein irgendwann.

Keine Möglichkeit.

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