Langsam und sehr sehr vorsichtig bricht meine Schale auf. Ich häute mich. Zart fast noch roh stehe ich vor dir. Windend und unbeholfen stehe ich da. Versuche mich hinter meinem Schatten zu verstecken und gleichzeitig über ihn zu springen nur um mich im selben Augenblick in ihm zu verheddern. Verwirrung macht sich breit. Ratlosigkeit. Und schließlich die nackte Angst. Was wenn? Was wenn du mich siehts? Was wenn ich mich sehe? Was wenn ihr uns sehen? Uns begegnen?
Scheu, schüchtern, zur Salzsäule erstarrt. Gefangen im Scheinwerferlicht deines Blickes. Ohne Regung. Ohne Erregung. Voller Furcht dir könnte nicht gefallen, was du siehst. Voller Hoffnung. Gedanken und Gefühle fangen mich, wirbeln umher, wie ein Wirbelsturm. Ein Hurrikan, der mich dich ganz vergessene lässt, mich in meinen Emotionen hält und mich wild umher schleudert. Wild unbarmherzig. Leidenschaft und Leid liegen gefährlich nah beisammen.
Deine Berührungen holen mich zurück ins jetzt. Schenken mir Süße und vergessen.
Doch die Hände des Zweifels greifen schnell und link nach mir. Reißen an meinen Haaren, krallen sich in mein Fleisch. Fegen die Ruhe bei Seite und lassen nicht eher von mir ab, bis nicht jede Stelle meines Körpers zweifelt. Zweifel. Ich Zweifel an mir. An dir. An uns. Ich Zweifel an der Welt, an jedem Moment. Versuche mit logischen Argumenten zu erklären. Zweifle wieder. Und gebe mich der Verwirrung hin.
Was willst du?
Ich weiß, ich sollte wissen was ich will. Was du willst ist mir gleich. Was die Welt von mir wünscht ist mir einerlei. Doch was will ich? Muss ich etwas wollen? Muss ich dich wollen? Um es zu wollen?
Fließend sind jetzt die Übergänge. Freude und Frust. Gleiten ineinander über. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit reichen sich die Hand. Und bald bin ich wieder untergetaucht in der Tiefe die gefüllt ist von Gleichgültigkeit und Taubheit. Geduldig wartend. Warten auf ein neues erwachen.