Selbstbewusst, ja manchmal schon selbstverliebt begegne ich anderen. Kühl. Meist mit viel aber manchmal auch mit weniger Abstand. Gerecht und oft auch ungerecht. Vertrete meine Meinung mit sicherer klarer Stimme. Stark. Hart. Sogar frech und manchmal neckisch. Höflich mit viel Humor.
Doch was ich nie sage
Was ich nicht wage auszusprechen
Wörter, ganze Seen voller Wörter – nie ausgesprochen, nie gesagt. Brodelnde, voller Wut und Verzweiflung gefüllte Seen. Voller Groll, ja sogar Hass. Trauer und vermissen.
Doch was ich nie sage
Was ich nicht wagte zu sagen
Reißende Flüsse voller Verheißender Worte. Gefüllt mit berauschenden Worten der Liebe, der Zuneigung. Bedacht mit frohlockenden Wörtern die dir Röte ins Gesicht Zaubern.
Doch was ich nie sage
Was ich nicht wagte zu sagen
Tiefe Ozeane der Trauer. Der Einsamkeit. Des Selbstmitleides und der Verzweiflung. Ozeane in denen die schattigen Wörter zu Hause sind. Düster voller Melancholie und Selbsthass.
Doch was ich nie sage
Was ich nicht wage auszusprechen
Sind Auen gefüllt mit Neid und Häme. Eine Ansammlung von verworrenen undankbaren Lauten. Gierige, grunzende Wörter die mehr schreien. Vordern. Ja Befehlen.
Was ich nie sage
Was ich nicht wage zu denken
Selbstgerechte kleine Pfützen. Angefüllt mit abstrakten unnatürlichen Gedanken – Wortfetzen. Dreckig, schmierig, ja manchmal grausam und fern von dieser Welt.
Was ich nie sage
Was ich nur denke
Analytische kleine Rinnsale, die sich durch meinen Kopf schlängeln. Meine selbst errichteten Dämme mühelos umwinden, erklimmen und nieder reißen. Rinnsale die mir Wörter anspülen und entreißen. Dinge die ich sagen wollte. Wörter wie „Nein“ „ja“ „ich mag dich auch“ „langsamer“ und „ich hab Angst“. Wörter, Sätze. Wünsche und Gedanken. Fetzten meiner selbst. Nie gesagt nie gehört.
Was ich nie sage
Was niemand hört
Was ich nicht höre
Tropfen voller Verheißung. Schauer der Angst. Sprühregen angefüllt mit Hoffnung. Hoffen auf mehr. Mehr sein. Ein Meer sein.
Was ich nie sagte
Aber hoffe zu sagen
Regenbögen. Gefüllte Farbige kleine Wasserreflektionen. Das ganze Spektrum der Farbenpracht. Sätze wie „ich liebe dich“ wohnen in ihnen. Neugierde und Hunger nach Entwicklung, angereichert mit Vertrauen und Hingabe.
