Angeklagt

Das Geständnis

Es wurde schon langsam dunkel. Wie die Zeit doch vergeht. Ich wünschte, ich könnte die Zeit ausdehnen, länger machen. Aber es fühlt sich viel mehr an als rinnt sie durch meine Finger.
Ich setze erneut an, möchte dem toben in meinem Innern endlich Ausdruck verleihen. Aber wieder entweicht nur Luft. Scheinbar ohne die Stimmbänder berührt zu haben.
Er sieht mich geduldig an. Ist vollkommen ruhig. Wartet ab, gibt mir Zeit mich zu sammeln.

Wache Augen. Viel zu wache Augen.

Wissende Augen.

Er weiß es, da bin ich mir sicher.

Sehr sicher, fast hundertprozentig sicher.

Fast.

Ich werde unruhig, rutsche hin und her und kann den Moment verstreichen spüren. Kann spüren wie meine Chancen sinken. Wie das Gefühl den Raum verlässt und es einfach nicht sein soll.

Etwas regt sich in mir, überschattet das Gefühl der Angst und des Schames.Überrollt mich. Kriecht nach oben und füllt mich plötzlich aus. Ohne Vorwarnung bin ich bereit. Ich weiß der Moment ist verstrichen und unsere Chancen, das anzunehmen, gemeinsam das selbe zu fühlen ist in der Angst, in der Moral und in der Sicherheit des Altem unter gegangen.
Jetzt – jetzt erst recht. Ich atme ein. Atme mein Recht, meine Redefreiheit ein, mein Recht über die strenge zu schlagen. Recht. Es ist mein Recht. Oder nicht?

Und endlich, viel zu spät und zur falschen Zeit, sag ich es. Lass entweichen was ich so lange in mir getragen habe.
“Ich liebe dich.”

image  Quelle Bild : Kultur pool

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